Willis Woche: Glücklich in St. Petersburg

In Traktortypen by Birthe0 Comments

„Das ist der Wahnsinn“, ruft Trecker-Willi ins Telefon. Mit fast kindlicher Begeisterung erzählt er, der eigentlich Winfried Langner heißt, von der Metropole Sankt Petersburg, in der einst Zaren herrschten und lebten und die er Samstagmorgen mit seinem 15 PS starken Deutz-Traktor erreicht hat. „Die Stadt ist so groß und so beeindruckend – nicht zu vergleichen mit dem, was ich von zu Hause kenne“, sagt er. „In drei bis vier Tagen kann man hier gar nicht alles gesehen haben.“ Natürlich stellten die Schilder auf Kyrillisch eine Herausforderung für ihn dar, sagt Trecker-Willi. Aber er boxe sich da schon durch.

Reisegeschwindigkeit 18 km/h
Etwa sechs Wochen hat es gedauert, bis der 81-Jährige die mehr als 2000 Kilometer lange Strecke von Lauenförde nach Sankt Petersburg mit dem Deutz, der es maximal auf 18 Stundenkilometer bringt und den Langner liebevoll Robert nennt, hinter sich gebracht hat. Am Dienstag wurde Willi dann nahe des Deutschen Generalkonsulats vor dem Taurischen Garten empfangen. Robert habe Langner in der Nacht zu Dienstag im Innenhof des Konsulats abstellen dürfen, sagt Tochter Sabine Langner-Uslu am Telefon, die zu ihrem Vater nach St. Petersburg gereist ist. Ihr Vater hätte es nicht über’s Herz gebracht, Robert unbewacht über Nacht draußen stehen zu lassen.

Journalisten umringten ihn
Ein paar Hundert Meter nur habe Langner mit Robert vom Konsulat zu den Taurischen Gärten zurücklegen müssen. Vor Ort wartete bereits eine Horde von Journalisten und Fernsehteams auf den Rentner und seinen Traktor. „Das war der Hammer“, sagt Willi. „In Kaliningrad habe ich ja schon viele Journalisten getroffen, aber das hat echt alles übertroffen.“ Ein Dolmetscher habe ihm zur Seite gestanden, während er die Fragen der Journalisten beantwortet und die Fahne seines Heimatortes dem stellvertretenden Generalkonsul Stefan Kordasch überreicht habe. Offen und hilfsbereit seien die Menschen gewesen, die er während seiner Reise getroffen habe, sagte Willi am Dienstag den Journalisten in Russland. „Das muss man einfach mal erlebt haben – gerade mit 81 Jahren.“

Seine Rückreise ist Langner bereits angetreten. Mittwoch fuhr er in Begleitung seiner Tochter nach Peterhof. Ihn hätten mehrere Einladungen aus Estland, Lettland, Litauen und Polen erreicht, die ihn auf der Rückreise treffen wollen. Wo er zuerst hinfahre, wisse er noch nicht. Im September erwartet ihn seine Familie in Lauenförde. Die nächste Reise mit seinem Traktor wird Willi voraussichtlich nach Thannhausen führen, wo es 2018 das internationale Deutz-Treffen geben soll.

Wir übernehmen die Kolumne „Willis Woche“ (Autorin: Viktoria Degner) mit freundlicher Genehmigung von der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen (HNA), www.hna.de
Foto: dpa

Folge verpasst? Hier gibt es sie alle:
Teil 1 – Ein Mann fährt seinen Weg
Teil 2 – Robert immer im Blick
Teil 3 – Gestrandet in Kaliningrad
Teil 4 – Am Strand der Kuhrischen Nehrung
Teil 5 – Generalkonsulin empfängt ihn

Traktormenschenzu seiner Ankunft!

Beitrag teilen

Leave a Comment