Tour de Francis – Von geschweissten Achsen und Achselschweiss

In Traktortypen by Birthe1 Comment

In Arnay-Le-Duc, bei Kilometer 762 ging nichts mehr. Der alte Eriba-Wohnwagen von Francis und seiner Lebensgefährtin Marie Therese hatte einfach schlapp gemacht. Anfangs war Francis noch ganz optimistisch, versuchte mit seinem kleinen Notfall-Werkzeugset das Problem zu beheben. Doch schnell wurde klar: An Weiterfahrt war nicht mehr zu denken, es musste eine größere Lösung her. Ein Teil der Achse war gebrochen – und das mitten auf der großen „Tour de France“ oder anders formuliert der „Tour de Francis“…

Seit dem 14. April sind die beiden unterwegs von Saint-Paul-en-Born nahe Mimizan an der französischen Atlantikküste nach Römerberg in der Pfalz. Dort wollen sie am 1. Mai, pünktlich zum großen Treffen der Schlepperfreunde Römerberg, mit ihrem Gespann aus einem Renault 421 M gekauft, Baujahr 1973, und dem kleinen Wohnwagen ankommen.

Zum Glück fanden die beiden Abenteurer hilfsbereite Menschen, die Francis in ihrer Werkstatt dabei tatkräftig unterstützten, den Wohnwagen wieder zu schweißen. So konnte es nach einem Tag Zwangspause bereits weitergehen.

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Hilfsbereite Menschen öffneten für Francis ihre Werkstatt und halfen ihm, die Achse des alten Wohnwagens zu schweißen

Tag 7 der Reise war dann wieder deutlich bewegter, 142 Kilometer schafften Francis und Marie Therese mit ihrem Gespann. „Alles läuft sehr gut“, berichtet Francis, „Wir treffen viele Menschen, die über unser Abenteuer sehr überrascht sind.“ Es gab viele kleine Gesten der Freundschaft, manche applaudierten, viele wollten Fotos machen. Auf dem Campingplatz in Montigny-Le-Roi kamen sie mit den vielen Niederländern um sie herum schnell ins Gespräch.

An Tag 8 legten sie dann nur 115 Kilometer zurück, das war größtenteils der hügeligen Strecke geschuldet, aber auch die Hitze trug ihren Teil dazu bei. Der Renault 421 M hat zwar eine Kabine, aber natürlich keine Klimaanlage… Da fließt der Schweiß in Strömen. „Die beiden haben aber nach wie vor viel Spaß“, berichtet Schwiegersohn Jörg. In den Vogesen, in Rambersvillers, haben sie einen Übernachtungsplatz für sich und ihr ungewöhnliches Gespann gefunden. Francis liegt mit seinem Vorhaben trotz der Zwangspause durch die Panne sehr gut in der Zeit: 1020 Kilometer hat er bereits geschafft. Und das bei einer Reisegeschwindigkeit von um die 20 Kilometer pro Stunde.

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Der größte Teil der Strecke liegt bereits hinter den Abenteurern. Wenn alles gut läuft, wollen sie Donnerstag ankommen

Inzwischen ist Tag 9 des Abenteuers angebrochen, und das Interesse an den beiden Treckerreisenden wird immer größer. Dem französischen Radiosender FGL haben sie bereits ein Interview gegeben. Und ein Mann aus Paris, der die beiden entlang der Landstraße getroffen hatte, schickte Fotos davon an Schwiegersohn Jörg, der bei Instagram täglich neue Bilder der Reise einstellt. „Der Mann sammelt selbst Oldtimer von Renault“, berichtet Jörg, „es ist schon lustig, was man mit so einem Blog alles bewirken kann.“

Eigentlich wollten Francis und Marie Therese heute bei einem alten Freund übernachten und dort ein wenig pausieren. Da dieser jedoch im Krankenhaus ist, mussten die Pläne spontan geändert werden. Das Paar besucht einen anderen Freund und will sich auch dort etwas Zeit nehmen. „Irgendwann muss man ja auch mal Urlaub machen“, sagt Francis und lacht. Am Mittwoch will er dann in Weißenburg die Grenze nach Deutschland überqueren. Und wenn alles glattläuft, dann kann seine Familie ihn und Marie Therese bereits einen Tag später in Römerberg in die Arme schließen… Wir drücken die Daumen!

Text: Birthe Rosenau; Fotos: Francis Magnaldi und Marie Therese Poirier

Was bisher geschah:

Tour de Francis – 1300 Kilometer mit dem Oldtimertrecker

Wir begleiten Francis und seine Lebensgefährtin auf ihrer Reise – hier im Blog sowie auf Facebook und Instagram. Schaut doch mal vorbei. Und teilt gerne diesen Beitrag. Zudem gibt es jeden Tag neue Fotos im Account von Jörg alias Die Fotoflummis.

Plant ihr auch eine längere Reise mit eurem Oldtimer-Traktor? Wir berichten gerne! Meldet euch über die Kommentarfunktion oder per Mail an birthe@traktormenschen.de

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Comments

  1. je les ai vu ce matin, 9 mai 2018 entre Montulçon et Gueret

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