Teil 9: Hühnchen mit Reis und große Hitze

In Traktortypen by Birthe3 Comments

Einfach sang- und klanglos nach Hause fahren, das geht nicht mehr für unsere Traktor-Pilger. Nicht nur, dass sie unterwegs von anderen Pilgern erkannt werden („Ach ihr seid bestimmt die Traktor-Pilger! Von euch haben wir schon gehört!“). Nein, auch in den sozialen Medien sind die beiden Nettetaler inzwischen bekannt wie die bunten Hunde. Viele verfolgen seit dem ersten Mai mit, wie Gerd Lemkens und Johannes Thodam mit ihren Oldtimer-Traktoren den Jakobsweg entlang pilgern. Immer wieder kommen Nachfragen, wo sich die Freunde denn aufhalten und ob es ihnen und den Traktoren gut geht.

Frühaufsteher
„Auf unserer Heimfahrt ist bislang nichts Gravierendes passiert“, berichtet Johannes Thodam gewohnt gut gelaunt. „Mein Eicher schwitzt nach wie vor Öl aus allen Löchern und bekommt jeden Tag sein Gläschen eingeschenkt. Aber alles in einem vertretbaren Maß.“ Seit über drei Wochen sind sie auf dem Rückweg, diese Nacht machen sie in Saint-Jean-Soleymieux im Départément Loire Station. Seit sie das Kap Finisterre am 1. Juni verlassen haben, brennt die Sonne jeden Tag über ihren „Cabrios“ – weder der Eicher EKL 16/II noch der Schlüter AS 22 haben ein Verdeck. „Nur ein einziges Mal sind wir ständig wieder in die gleiche große Wolke reingefahren“, erzählt Thodam. „Ja, da waren wir einfach zu schnell unterwegs“, ergänzt Lemkens lachend. Eine Abkühlung ab und zu wäre den beiden Traktor-Pilger allerdings ganz recht: Sie starten jeden Morgen sehr früh, um gegen 13 Uhr wieder von der Straße zu sein. Thodam: „Sonst gehen wir kaputt auf den Treckern.“

Langsam macht sich auch die Urlaubssaison bemerkbar. Da für heute Nacht keine Pilgerherberge zu bekommen war, ging es mal wieder auf einen kommunalen Campingplatz. „Wir wurden dort sehr freundlich empfangen“, berichtet Thodam. Die Trecker dürfen direkt vor dem kleinen Bungalow parken. Ob sie das Reisen langsam leid sind und es sie nach Hause zieht? „Das kann man so nicht sagen“, versichern die beiden Freunde. Nach wie vor ist die Stimmung sehr gut. „Natürlich kann man eine solche Reise nur unternehmen, wenn man sich gut kennt, gleich tickt und den Humor teilt“, betont Thodam.

Großer Rückhalt aus der Heimat
Vor allem was die Essgewohnheiten angeht, hat Lemkens immer wieder einen Grund, seinen Freund aufzuziehen: Johannes Thodam mag nämlich kein Hühnchen. Da die beiden jedoch stets das Pilgermenü vorgesetzt bekommen, ist das nicht immer so ganz zu beeinflussen. „Ah, wieder Hühnchen mit Reis – Diät-Tag für Dich, Johannes“, scherzt Gerd Lemkens dann. „Ja, den Gürtel habe ich schon zwei Löcher enger geschnallt“, stimmt der zu, „und bis nach Hause kommt sicher auch noch ein drittes Loch dazu.“ Knapp 1000 Kilometer haben sie noch vor sich. Familie und Freunde fragen nun immer mal wieder, wann mit der Rückkehr der Pilger zu rechnen ist. „Das können wir jetzt aber natürlich noch nicht genauer sagen“, so Thodam. Sicher ist nur, dass es ein großes Wiedersehen geben wird. „Wir sind unseren Frauen sehr dankbar, dass sie dieses Abenteuer so mittragen und uns den Rücken freihalten“, sind sich die beiden einig. Denn ansonsten wären sie am 1. Mai wohl gar nicht erst losgefahren.

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Comments

  1. Hallo Gerd,
    Hallo Johannes,

    mittlerweile dürftet Ihr ja bestimmt schon fast wieder Heimatlich schnuppern, oder?
    Ich bin schon wieder seit ein paar Tagen zuhause, aber ich denke immer wieder an unsere gemeinsame Nacht in der Gartenlaube in Nuits-St-Georges.
    Es war ein ganz besonderes Erlebnis euch Beide kennengelernt zu haben.
    Buen Camino weiterhin und eine fröhliche Ankunft zuhause wünscht Euch Martin aus Freiburg

  2. Hallo Männer !
    Ich kann mich in euch reinversetzen und mir euer Leid vorstellen ( Hitze , Sitz und Lärm ) . Fahrt weiter vorsichtig und kommt heil bei euren Familien an .
    Gruß. Hermann

  3. Hallo, ihr Zwei. Wir schicken euch ganz liebe Grüße aus der Heimat und freuen uns schon auf das Wiedersehen. Fahrt gesund und frohen Mutes weiter bis nach Nettetal. Bis dahin alles Gute ihr Pilgerhelden. Grüße von Willi und Heidi

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