Teil 8: Ans Ende der Welt und zurück

In Traktortypen by Birthe4 Comments

Gähnende Leere am Ende der Welt? Das Foto von Gerd Lemkens und Johannes Thodam am Kap Finisterre spiegelt falsche Tatsachen vor. „Uns gegenüber standen die Menschen aus sieben Reisebussen und haben uns wie wild fotografiert – das war ein Panorama“, erzählt Thodam. Leider haben die beiden Traktor-Pilger versäumt, diesen Menschenauflauf zu fotografieren. Dafür haben sie aber das symbolträchtige Foto am Kilometerstein 0,00 mit der gelben Jakobsmuschel auf blauen Grund. „Eigentlich war die Durchfahrt dort oben für Trecker gesperrt, aber ich konnte Gerd überreden, beide Augen zuzudrücken und schnell für dieses Foto zu posieren“, berichtet Thodam.

Spanische Sonne setzte Treckern zu
Vor elf Tagen haben die beiden 65-Jährigen das zweite Ziel ihrer Pilgerfahrt erreicht – in strahlendem Sonnenschein konnten sie am Kap posieren. „Welch‘ ein Glück. Am nächsten Tag lag alles im Nebel“, erzählt Johannes Thodam und lacht. Nun nähern sich die zwei Abenteurer mit ihren Oldtimer-Traktoren, einem Schlüter AS 22 und einem Eicher EKL 15/II mit großen Schritten wieder ihrer Heimat Nettetal. Noch sind es etwa 1800 Kilometer, also um die zwanzig Tage reine Fahrzeit. Aber die Zwei sind froh, wieder französischen Boden unter den Reifen zu haben. „Die spanische Sonne hat unseren Treckern ganz schön zugesetzt“, berichtet Johannes Thodam. Bei Temperaturen um die 32 Grad hätten die Fahrzeuge „aus allen Ecken und Kanten mächtig Öl ausgeschwitzt“. „Das war schon grenzwertig“, sagen die beiden Traktor-Pilger.

Auch die engen Gassen – Nationalstraßen wohlgemerkt – verlangten Fahrern und Schleppern allerhand ab. „Da haben wir nur gezittert, dass uns keiner entgegenkommt“, sagt Thodam. Bis zu 120 Kilometer pro Tag sind die Zwei in den vergangenen Tagen gefahren, da sie möglichst zügig aus Spanien herauskommen wollten. Manche Steigungen schafften die Oldtimer nur mit Müh‘ und Not, vor allem die Pyrenäen am vorigen Wochenende waren erneut eine Herausforderung. Hinzu kam noch ein Plattfuß am Eicher, den Gerd Lemkens notdürftig für den Weg zur nächsten Werkstatt wieder aufpumpen konnte (Foto unten links). „In der Werkstatt wurde uns dann aber sofort geholfen, der Schlauch war porös, konnte aber wieder geflickt werden und hält seitdem“, erzählt Thodam.

Keilriemen ausgetauscht
Beim morgendlichen Check-Up stellte Gerd Lemkens heute erneut einen kleinen Schaden am Eicher fest: Der Keilriemen der Lichtmaschine musste erneuert werden. Das war mit einem Besuch bei einem Landmaschinenhandel aber schnell erledigt. Wo die Traktor-Pilger hinkommen, sie werden immer noch mit Hupkonzerten und fröhlichem Winken empfangen. Beim Tanken umringen sie Wildfremde und erkundigen sich – teils mit Händen und Füßen – nach der Geschichte der Trecker und über den Verlauf der Reise. Heute heißt das Etappenziel Nogaro in der französischen Region Okzitanien im Département Gers. „Das Wetter ist angenehm, die Strecken führen wieder mehr durch den Wald und somit auch durch den Schatten“, freut sich Johannes Thodam. Nicht nur für die Menschen eine Erleichterung, sondern auch für die Maschinen: „Die Motoren sind so wieder viel besser gekühlt“, sagt Thodam.

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Comments

  1. Wir verfolgen eure Reise von Anfang an und freuen und über die tollen Berichte. Diese Reise wird euch sicher immer in guter Erinnerung bleiben. Gute Heimfahrt und viele Grüße vom Sassenfeld.

  2. Ich bin begeistert von eurem Mut und eurer Tour . Ich wünsche. euch eine trockene Rücktour , und das das Material durchhält . Bis demnächst in Nettetal .

  3. Super ihr zwei, wir wünschen weiterhin gute Fahrt und kommt gut durch. Wir drücken euch beide. Gruß Willi und Heidi

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