Teil 10: Auf der Zielgeraden nach Hause

In Traktortypen by Birthe0 Comments

Es wird voll auf dem Jakobsweg, das bekommen die beiden Traktor-Pilger Gerd Lemkens und Johannes Thodam nun immer häufiger zu spüren. Vor ein paar Tagen mussten sie nun sogar zum allerersten Mal ihr „Notfall-Zelt“ aufbauen, da weder eine Herberge noch eine Hütte auf einem Campingplatz zu bekommen war. „Seit Anfang Juni haben wir keinen einzigen Tropfen Regen mehr abbekommen. Und was passiert ausgerechnet in der einen Nacht, in der wir im Zelt schlafen?“, erzählt Thodam am Telefon. Ein schweres Unwetter tobte über den beiden Nettetalern. Im Wald nebenan wurden mehrere Bäume entwurzelt, eine Treckerabdeckung fiel dem Wind zum Opfer. „Wir haben aber sonst keine Schäden erlitten, das Zelt hat gehalten“, gibt Thodam die Entwarnung.

Ankunft Anfang Juli
Mit großen Schritten nähern sich die beiden Freunde nun wieder der Heimat. Derzeit sind sie in Selongey im Département Côte-d’Or. Die restliche Route haben sie geplant, die Familien sind informiert, wann die Traktor-Pilger wieder zu Hause aufschlagen werden. Sie werden dann etwa zwei Monate unterwegs gewesen sein und um die 6000 Kilometer auf eigener Achse zurückgelegt haben. Ein großes Abenteuer, von dem sie sicher noch lange zehren werden.

Auf unseren Treckern zu sitzen fühlt sich inzwischen an, als würden wir wilde Esel reitenJohannes Thodam

Viele Begegnungen am Wegesrand haben dafür gesorgt, dass es den Pilgern nie langweilig wurde. Ihre beiden Oldtimer-Trecker, ein Schlüter AS 22 und ein Eicher EKL 15/II, haben allerorten die Blicke der Menschen auf sich gezogen. Das obere Foto zeigt Gerd Lemkens bei spontaner Nachbarschaftshilfe in Frankreich. Dort versuchten zwei Kinder über eine Leiter ihren Eltern ein Sofa anzureichen. Lemkens sah das und eilte zur Hilfe. „Auch wir haben unterwegs immer wieder sehr große Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft erfahren“, betonen beide.

Ihre Trecker laufen nach wie vor zuverlässig. Doch langsam aber sicher sind Mensch und Maschine die Strapazen der langen Reise anzumerken. „Auf unseren Treckern zu sitzen fühlt sich inzwischen an, als würden wir wilde Esel reiten“, sagt Thodam lachend. Neue Reifen sind definitiv fällig. Und auch so werden die treuen Blech-Gefährten zu Hause gebührend gehätschelt und gepflegt werden.

Wir melden uns wieder, wenn die beiden Traktor-Pilger heil zu Hause angekommen sind. Dann lest ihr hier im Blog den entsprechenden Abschlussbericht.

Folgen verpasst? Hier lest ihr sie alle:
Teil 1 – Mit dem Traktor auf dem Jakobsweg
Teil 2 – Regen, Pilgerfrühstück und Eiseskälte
Teil 3- Waschstraße auf dem Jakobsweg
Teil 4 – 1000 Kilometer sind geschafft
Teil 5 – Sonnenbrand und Deichselbruch
Teil 6 – Die Pyrenäen bezwungen
Teil 7 – Emotionale Ankunft
Teil 8 – Ans Ende der Welt und zurück
Teil 9 – Hühnchen mit Reis und große Hitze
Traktor-Pilger sind wieder zu Hause

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