Der 100.000. Fendt-Schlepper

In Es war einmal by Birthe0 Comments

Ob Hermann Fendt diesen Erfolg 1928 wohl bereits geahnt hat? Gemeinsam mit seinem Vater gelang es ihm damals in einer kleinen Werkstatt in Marktoberdorf eine Mähmaschine mit einem Motor zu koppeln. Die Anfänge des Unternehmens Fendt waren gemacht, „das erste Dieselross auf seine eisernen Beine gestellt“ wie es in der entsprechenden Fendt-Festschrift zum 100.000. Schlepper heißt. Bereits 1961 lief dieser vom Band. „Ein weiterer Meilenstein am steilen Aufstiegsweg des Familienunternehmens Fendt“, heißt es in der Festschrift, „100.000 Schlepper bzw. Geräteträger trugen den Namen Fendt aus dem Allgäu hinaus in alle Welt“.

Oben ist der 100.000. Fendt, ein Farmer 2, als Modell zu sehen. Der Marketinggag war damals genial. Xaver Fendt und Co. ließen den wassergekühlten Dreizylinder-Viertakt-Diesel in Gold lackieren. Er ist heute noch im Fendt-Forum in Marktoberdorf zu sehen. In der Festschrift heißt es dazu: „Der goldene Schlepper ist das Symbol für 100.000 Fendt-Schlepper und Geräteträger, die in der Landwirtschaft erfolgreich eingesetzt sind. Der goldene Schlepper ist auch das Symbol für die Leistungsfähigkeit der Fendt-Werke, die sich zum Ziel gesetzt haben, den Landwirten bei der Rationalisierung ihrer Betriebe zu helfen. Der goldene Schlepper ist nicht zuletzt das Symbol für den weitsichtigen Unternehmergeist der Firmeninhaber und für die vorbildliche Zusammenarbeit einer Betriebsgemeinschaft.“

Die Firmeninhaber Hermann, Xaver und Paul - im Hintergrund Vater Johann Georg Fendt

Fendt 1961

Über 2.000 Arbeiter und Angestellte waren 1961 bereits bei Fendt im Stammwerk Marktoberdorf beschäftigt. Ein großer Teil der Belegschaft, 40 Prozent, waren Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten. Im Zweigwerk Kempten arbeiteten 400 weitere Kräfte. Stolz war Fendt auch auf die modern eingerichtete Lehrlingswerkstatt.

Doch auch der Maschinenpark konnte sich für damalige Verhältnisse sehen lassen: Fendt selbst konstruierte Hochleistungs-Gelenkspindel-Bohrmaschinen. Mit ihnen konnte beispielsweise ein Getriebegehäuse mit 96 Bohrspindeln zur gleichen Zeit bearbeitet werden.

Drei Fließbänder standen 1961 bereits in den großen Montagehallen für die Serienfertigung. Alle sechs Minuten lief dort ein Schlepper oder Geräteträger von den Montagebändern.

Links: Auf seine Fertigungsstraße war Fendt stolz; rechts: Der Goldene Schlepper im Modell

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