Wahl zum Traktormensch 2017: Erwin gegen Robert

In Traktortypen by Birthe13 Comments

Erwin, Fendt Dieselross FL114

Eigentlich hatte Erwin Kohlenberg nur nach einem Seitenmähwerk für einen anderen Fendt-Schlepper gesucht. Doch als der Händler den Motor des Fendt Dieselross FL114 startete, war dem 48-Jährigen schnell klar: Er nimmt auch einen neuen Traktor mit nach Hause. Den besonderen Sound des 12-PS-starken Zweitakt-Motors muss man mögen: Der Kleinschlepper klingt fast wie eine Nähmaschine. 468 Mal wurde er gebaut, eher selten für einen Fünfziger-Jahre-Traktor. „Und allein vier Stück davon haben wir bei uns im Verein“, erzählt Kohlenberg schmunzelnd. Der Landmaschinenmechaniker aus Nordhorn gehört dem Verein „De Hoogsteder Treckerbüüls“ an. Seit der Gründung vor elf Jahren ist er auf 39 Mitglieder angewachsen, die auf einem zwei Hektar großen Vereinsgelände regekmäßig Ackertage veranstalten. Das nächste Mal am 1. Sonntag im September.

Den kleinen Fendt kaufte Kohlenberg in erster Linie für seine Frau Hiltraud. Mittlerweile besitzt er einen zweiten, genau baugleichen FL114. Und Hartmut und Henriette Kuelmann fahren die anderen beiden, ebenfalls baugleichen Exemplare. Oft sind alle vier gemeinsam unterwegs – das sorgt natürlich für Aufsehen. Charakteristisch für den Zweitakter ist die niedrige Bauart bei hoher Bodenfreiheit unter den Achsen und dem geringen Gewicht sowie der Wendigkeit. Auch können Hackgeräte zwischen den Achsen angebaut werden. Erwin Kohlenberg nutzt den Kleinen vor allem fürs Grasmähen oder für Ausfahrten. Vor ein paar Jahren hat er sich zudem den Traum von einem Fendt Favorit 1 erfüllt. Was Traktoren angeht war Kohlenberg schon immer „familiär vorbelastet“. Als kleiner Junge lernte er auf dem elterlichen Hof auf einem Deutz fahren. Nach Nordhorn nimmt er sowohl den FL114 als auch den Favorit 1 mit.

Der Fendt FL114 in Kürze:
Bauzeit: 1957 bis 1959
Motor: luftgekühlter Einzylinder-Zweitakt-ILO-Dieselmotor
Hubraum: 657 cm³
Leistung: 12 PS bei 2.200 Umdrehungen/Minute
Getriebe: ZF Blockgetriebe Typ A-4 mit 6 Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen
Höchstgeschwindigkeit: 18 Kilometer pro Stunde

Für Robert Schlüter aus dem niederländischen Almelo sind die Feldtage in Nordhorn ein Heimspiel. Der 22-Jährige ist Mitglied des Treckerclubs Nordhorn und schon seit Monaten aktiv mit den Vorbereitungen für das große Treffen beschäftigt. Zu sehen sein wird der Landmaschinenmechaniker dort unter anderem bei Schlüter-Vorführungen. Vor gut zwei Jahren hat er sich mit seinem „Agri-Service“ selbstständig gemacht: Er restauriert und repariert Landmaschinen, arbeitet aber nebenbei auch noch in einem Lohnunternehmen. Sein Bruder Richard ist Schreiner. „So haben wir alles unter einem Dach und können an den Traktoren alles selbst machen“, sagt Robert Kwast.

Sein S 450 ist mit dem 42-PS-starken Dreizylindermotor gewissermaßen die „Einstiegsdroge“ in die Schlüter-Sucht. Oder anders gesagt, einer der noch bezahlbaren roten Schlepper aus Bayern. Insgesamt 2.503 Stück wurden damals vom zweitkleinsten Schlepper der neuen S-Reihe verkauft. Allerdings eher nicht in die Niederlande. „Meines Wissens nach gab es bei uns zu keinem Zeitpunkt eine Schlüter-Niederlassung“, sagt Henk Kwast. Er hat den „kleinen Schlüter“, wie er ihn nennt, gemeinsam mit seinem Sohn Robert restauriert. Es war das erste Gemeinschaftsprojekt von Vater und Sohn. Etwa drei Monate Arbeit stecken in technischer und optischer Überarbeitung. Henk Kwast: „Schlüter sind ganz einfache, solide Traktoren, da dauert das alles nicht lange.“ Er war früher Landwirt, bewirtschaftete Ackerland und hielt Schweine und Kühe. Inzwischen stellt er Stahlträger für Bauern aber auch den Wohnungsbau her.

Der Schlüter S 450 in Kürze:
Bauzeit: 1962 bis 1966
Motor: Schlüter SD105W3 – wassergekühlter Dreizylinder-Viertakt-Dieselmotor
Hubraum: 3.247 cm³
Leistung: 42 PS bei 1.800 Umdrehungen/Minute
Getriebe: ZF A-210 mit 8 Vorwärts- und 4 Rückwärtsgängen
Höchstgeschwindigkeit: 20/28 Kilometer pro Stunde

Wer soll eine Runde weiterkommen? Stimmt heute, am 2. August, zwischen 9 und 22 Uhr ab. Entweder auf unserer Facebook-Seite, der Seite von LandwirtOnline24 oder hier als Kommentar: „Erwin“ oder „Robert“ genügt, dann zählen wir die Stimme mit. Achtung: Es dauert einen kleinen Moment, ehe der Kommentar freigeschaltet ist. Und natürlich zählen wir nur eine Stimmabgabe je IP-Adresse. Und wir freuen uns auch über neue Likes für die Facebook-Seiten.

Mehr zum Ablauf der Wahl lest ihr hier.

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Comments

  1. Author

    Die Abstimmung ist beendet, wir zählen aus. Vielen Dank an alle, die abgestimmt haben. Wir würden uns freuen, wenn Ihr auch morgen wieder mitmacht.

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